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Themenportal für Westfalen-Lippe

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Wir präsentieren Ihnen tief recherchierte Hintergrundbeiträge, ausführliche Interviews und weitere journalistische Artikel. Mit konstruktivem Journalismus wollen wir politische und gesellschaftliche Themen beleuchten und Lösungsideen herausstellen. Im ersten Themenschwerpunkt beschäftigen wir uns mit Menschen mit herausforderndem Verhalten und dem Hilfesystem: Wie kann wirksame Betreuung und Therapie organisiert werden? Wo liegen die Zuständigkeiten? Und warum ist es mitunter so schwierig, die passende Hilfe zu finden?

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Unser erstes Thema: Wenn Jugendhilfe zum Kraftakt wird

Lösungsideen für den Umgang mit jungen Menschen und herausforderndem Verhalten _____

Zu unserem Dossier

Zerbrochene Fensterscheibe eines Gebäudes

Neueste Beiträge

04.09.2026
Ein Begriff mit Sprengkraft

Warum der Begriff „Systemsprenger“ in der Jugendhilfe umstritten ist und ihn einige Fachleute wie der Pädagoge Menno Baumann dennoch verwenden. Und was der preisgekrönte Spielfilm „Systemsprenger" von Nora Fingscheidt damit zu tun hat.

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04.09.2026
Team für komplexe Fälle

Junge Menschen mit herausforderndem Verhalten stellen Jugendämter vor große Probleme. Ein Modell der Stadt Dortmund zeigt, wie diese besser gelöst werden könnten.

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04.09.2026
„Feuerwehr der Jugendhilfe“

Die Stadt Dortmund erprobt ein einzigartiges Konzept für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die das Hilfesystem an seine Grenzen bringen. Martin Caspary, der Leiter der Koordinierungsstelle „KoSyDo“, erklärt das Modell, den „Dortmunder Weg".

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Experten-Gespräch "Wir brauchen lokale Netzwerke"

Der Düsseldorfer Pädagogikprofessor Menno Baumann forscht seit mehr als 20 Jahren über herausfordernde Jugendliche, für die das Hilfesystem keine passenden Angebote findet. Wir haben den Experten gefragt: Wie könnte es besser laufen?

Zum Interview mit Menno Baumann

Porträt von Professor Menno Baumann

Zahlen

Steigende Kosten in der Jugendhilfe

4,7 Milliarden Euro haben die kommunalen Jugendämter in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024 für Leistungen der Hilfen zur Erziehung, der Hilfen für junge Volljährige sowie der Eingliederungshilfen bei einer (drohenden) seelischen Behinderung ausgegeben, ein Höchststand. Durch die Hilfen wurden 311.492 junge Menschen erreicht. 2010 waren es 1,9 Milliarden Euro für 258.720 junge Menschen. Als Gründe für den Anstieg der Ausgaben haben neben Preisentwicklungen alltäglicher Waren insbesondere die Tarifentwicklungen des Personals eine große Bedeutung, so die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik an der TU Dortmund.
Quelle: HZE-Bericht 2026

Inobhutnahmen auf hohem Niveau

Fast 14.200 Inobhutnahmen haben die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Jahr 2025 vorgenommen. Das waren rund 18 Prozent weniger Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen als im Vorjahr (17.230). Zum Vergleich: 2019 waren es 13.812 Inobhutnahmen wegen einer akuten oder latenten Kindeswohlgefährdung.
Quelle: IT.NRW

Mehr Kindeswohlgefährdungen

Die Jugendämter haben im Jahr 2025 bundesweit rund 79.800 Kindeswohlgefährdungen durch Vernachlässigung, psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt festgestellt. Das waren etwa 7000 Fälle mehr als im Vorjahr und bedeutet einen Höchststand. Seit Beginn der Zählung 2012 hat sich die Fallzahl sogar verdoppelt – damals lag sie erst bei rund 38.300 Fällen. In fast drei Vierteln der Fälle ging die Gefährdung von Vater oder Mutter aus.
Quelle: Statistisches Bundesamt

Abbrüche bei Erzieherischen Hilfen

Knapp 44 Prozent der erzieherischen Hilfen (ohne Erziehungsberatung) wurden im Jahr 2024 unplanmäßig beendet. Diese Quote ist seit Jahren konstant. Der Abbruch kann aus verschiedenen Gründen erfolgt sein, zum Beispiel weil ein junger Menschen nicht mehr bei einem Hilfsangebot erschienen ist oder weil er woanders eine neue Perspektive gefunden hat. Für unplanmäßig beendete stationäre Hilfen (53%) und für die Heimerziehung (56%) ist die Quote höher als für die ambulanten Hilfen (40%).
Quelle: HZE-Bericht 2026

Hilfsangebote für junge Menschen

22.000 Plätze in stationären Settings für junge Menschen gab es im Frühjahr 2026 in Westfalen Lippe. Diese Zahl umfasst sowohl Plätze in Jugendhilfeeinrichtungen als auch Plätze im Rahmen der Eingliederungshilfe (EGH) für Kinder und Jugendliche mit einer (drohenden) Behinderung.
Quelle: LWL-Dezernat Jugend und Schule

Herausfordernde Einzelfälle

In ungefähr zehn Fällen pro Jahr gelingt es kommunalen Jugendämtern erst nach mehrmonatiger bundesweiter Suche, ein geeignetes Angebot für junge Menschen mit herausforderndem Verhalten zu finden. Das berichtet das LWL-Landesjugendamt Westfalen.
Quelle: LWL-Dezernat Jugend und Schule